Unser Ansatz – Vor-schulische Erziehung

Kinder lernen beständig, und sie lernen auch ohne unsere Hilfe, was sie für sich wissen und können müssen. Sie lernen auf der Grundlage ihrer Interessen und Neigungen, sie ahmen selbstgewählte Vorbilder nach. Kinder können auf diese Weise beeindruckende Kenntnisse und Fertigkeiten erlangen. Gleichzeitig sind viele Kinder Spezialisten: Das eine Kind entwickelt ein bemerkenswertes Geschick im Umgang mit Bauklötzen und Legosteinen, das nächste ein ausgesprägt feines Einfühlungsvermögen, ein drittes besitzt ein umfassendes Wissen über Eisenbahnen und Flugzeuge, ein viertes überwindet mit seinem Klettergeschick nahezu jedes Hindernis. Diese besonderen Neigungen und Stärken, durch die ein einzelnes Kind sich von anderen unterscheidet und vor ihnen auszeichnet, bilden einen wichtigen Grundstein für die Entwicklung seiner Persönlichkeit. Im Spielhaus messen wir ihnen einen hohen Wert bei, und wir befördern sie, wo wir dies können. Gleichzeitig haben wir aber auch im Blick, dass der weitere Weg für alle Spielhauskinder unweigerlich in die Schule führt. Und wir möchten, dass jedes Kind auf die vielfältigen Anforderungen, die dort an es gestellt werden, gut vorbereitet ist. Deshalb machen wir den Kindern im Spielhaus gezielt Angebote, mit denen wir ihr Interesse anregen, die aber gleichzeitig dazu dienen, bestimmte Fertigkeiten einzuüben, die die Kinder für die Schule benötigen. Darunter fallen Tätigkeiten, die die Auge-Hand-Koordination und die Fingerfertigkeit schulen: Wir malen und basteln mit den Kindern, wir gestalten Bügelperlenbilder und schnibbeln gemeinsam das Obst und Gemüse für die Schmause. Wir fördern das Sprachvermögen: Gemeinsam mit den Kindern lesen wir Bücher, wir singen, wir lernen Gedichte oder erfinden Unsinnsreime. Wir bereiten ein mathematisches Verständnis vor, indem wir zusammen zählen, einfach einmal rückwärts laufen, oder Kekse backen (und die Zutaten dafür gemeinsam abmessen). Anhand von Spielen mit vorgegebenen Regeln fördern wir Frustrationstoleranz und Konzentrationsfähigkeit. Wir motivieren die Kinder, ein selbst gewähltes Spiel zuende zu bringen, stehen ihnen zur Seite in ihner Enttäuschung, wenn der erhoffte Erfolg ausbleibt.

Auch der Spielhausalltag als solcher ist in vielerlei Hinsicht eine Vorbereitung auf die Schule – und das vom ersten Tag an. Das rührt allein schon daher, dass sich in einer größeren Gruppe das Miteinander komplexer gestaltet als in dem vergleichsweise überschaubaren Umfeld der Familie. Der Spielhausalltag hat – genau wie der Schultag – seine eigenen, dem neu ankommenden Kind zunächst noch unvertrauten Abläufe und Anforderungen. Im Spielhaus muss sich ein Kind in einer großen Kindergruppe zurechtzufinden; es muss lernen, sich mit den Eigenheiten der anderen zu arrangieren und Freundschaften zu schließen, Konflikte auszuhalten und gemeinsam konstruktiv nach Lösungen zu suchen. Das Kind muss das Spielzeug sowie die Aufmerksamkeit der Erzieher zu teilen, es muss lernen, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und diesen auch für andere verständlich Ausdruck zu verleihen sowie die im Spielhaus geltenden Regeln zu respektieren und zu beachten. Das alles stellt viele Kinder gerade in der ersten Zeit vor eine große Herausforderung. Darüber hinaus verlangt der Spielhausalltag einem Kind bereits einiges an Selbstorganisation ab. Das betrifft etwa den eigenen Garderobehaken, an den Jacke und Regenhose gehören und den Frühstücksrucksack, mit dem sich jedes Kind vor dem Frühstück seinen Platz für die Mahlzeit reserviert; es betrifft bestimmte Aufgaben, wie das Tischdecken, die die Kinder bei uns eigenständig übernehmen; es betrifft aber auch das freie Spiel, denn von Tag zu Tag, von Sitation zu Sitation muss ein Kind im Spielhaus neu für sich bestimmen, was es spielen will und mit wem.

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